Eidg. Verordnung vom 8.5.2008
Obstfachmänner und -frauen planen und bewirtschaften grosse Obst- und Beerenanlagen. Sie bestimmen Standort und Sorten, bearbeiten den Boden, pflegen die Bäume, ernten, lagern und verkaufen die Früchte.
Obstfachleute produzieren hauptsächlich Äpfel und Birnen. Hinzu kommen je nach Region und Betrieb Kirschen, Zwetschgen, Pfirsiche oder Aprikosen sowie verschiedene Beerenarten. Teilweise lagern, verarbeiten und vermarkten sie ihre Produkte selber oder ergänzen den Betrieb mit Bienenhaltung oder einer Baumschule.
Bei der Planung von Obst- und Beerenanlagen müssen Obstfachleute in die Zukunft denken: Um einen gesicherten Ertrag zu gewährleisten, wählen sie geeignete Standorte, Sorten und Produktionstechniken aus. Nach der Planung erstellen sie die Anlage, machen die Anpflanzung, schneiden und pflegen die Bäume. Sie bearbeiten den Boden gemäss den Erfordernissen der Jahreszeiten, Wetterbedingungen, Lage und Art. Regelmässig kontrollieren sie den Zustand der Anlagen. Im Zusammenspiel mit der Natur wirtschaften sie nachhaltig: Sie achten z.B. auf die Bodenfruchtbarkeit, setzen Befruchterbäume und Bienenstöcke ein und bewässern, düngen und pflegen die Kulturen bedarfsgerecht. Wichtig ist auch ein wirksamer und umweltgerechter Pflanzenschutz. Obstfachleute schaffen vorteilhafte Lebensbedingungen für Nützlinge und verhindern Schädlingsbefall und Krankheiten, z.B. mit dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, Leimfallen oder biologischen Verfahren. Insbesondere Berufsleute mit Schwerpunkt Biolandbau sind darauf spezialisiert, im Einklang mit der Natur nachhaltig anzubauen und eine grosse Artenvielfalt zu erhalten. Die Vorgänge in der Natur beobachten alle Berufsleute aufmerksam, um frühzeitig auf Veränderungen reagieren zu können.
Damit eine hohe Fruchtqualität erzielt und bewahrt wird, entfernen Obstfachleute im Sommer überzählige Früchte. Als Witterungsschutz montieren sie bei Bedarf Hagelnetze und Regendächer. Während der Erntezeit pflücken sie die Früchte, sortieren und verpacken sie marktgerecht oder bereiten sie zur Lagerung vor. Da die Früchte zum richtigen Zeitpunkt geerntet und verarbeitet werden müssen, sind eine gute Planung und zu saisonalen Spitzenzeiten ein hoher Arbeitseinsatz erforderlich.
Obstfachleute setzen für Arbeiten wie die Düngung, den Pflanzenschutz und die Bodenpflege Maschinen und Geräte ein, die sie auch selber warten. Arbeiten wie der Baumschnitt, die Qualitätsauslese am Baum oder die Ernte von Beeren erledigen sie hingegen von Hand. Sicherheitsvorschriften beachten sie pflichtbewusst und schützen neben der Umwelt auch ihre eigene Gesundheit.
Eidg. Verordnung vom 8.5.2008
3 Jahre
In mind. 2 Obstbaubetrieben
mehrwöchige Blockkurse am Berufsbildungszentrum Wädenswil BZW
Berufsbezogene Fächer:
Pflanzenbau (z.B. Boden bearbeiten; Obstkulturen pflanzen, ernähren, pflegen, ernten; Produkte lagern und verarbeiten; Lebensmittelqualität sichern und Produkte verkaufen), Mechanisierung und technische Anlagen (z.B. Maschinen und Geräte einstellen und warten; Gebäude und Einrichtungen nutzen und unterhalten), Arbeitsumfeld, Wahlbereich
Die Grundbildung kann auch mit dem Schwerpunkt Biolandbau absolviert werden.
zu verschiedenen Themen
Weil die schulische Bildung in Blockkursen stattfindet, wird die Berufsmaturitätsschule meist erst im Anschluss an die Grundbildung besucht.
Eidg. Fähigkeitszeugnis "Obstfachmann/-frau EFZ"
Angebote des Berufsbildungszentrums Wädenswil BZW, des Instituts für Umwelt und Natürliche Ressourcen IUNR (ZHAW), von kantonalen Fachstellen, Landwirtschaftsschulen und Betriebsleiterschulen Obstbau
Nach Abschluss der Grundbildung kann eine verkürzte, 1-jährige Grundbildung in einem anderen landwirtschaftlichen Beruf absolviert werden.
z.B. Obstbauer/-bäuerin mit eidg. Fachausweis, Landwirt/in mit eidg. Fachausweis, Branchenspezialist/in Früchte und Gemüse mit eidg. Fachausweis
z.B. Obstbauer/-bäuerin mit Meisterdiplom, Meisterlandwirt/in, Gärtnermeister/in
Dipl. Agro-Techniker/in HF, Dipl. Agro-Kaufmann/-frau HF
Bachelor FH in Landwirtschaft (z.B. mit Vertiefung in Pflanzenwissenschaften), Bachelor FH in Umweltingenieurwesen (z.B. Vertiefung Hortikultur)
Idee, Organisation und Durchführung: Wirtschaftskammer Baselland
In Partnerschaft mit dem Kanton Basel-Landschaft
In Zusammenarbeit mit der Stadt Liestal
Das Hauptbild dieser Webseite stammt von einer vergangenen Berufsschau. Die Erscheinungsreihenfolge ist rein zufällig und reflektiert keinesfalls irgendeine Geschlechterpräferenz. mehr...