Eidg. Verordnung vom 8.5.2008
Geflügelfachmänner und -frauen betreuen in Geflügel- oder Landwirtschaftsbetrieben selbstständig einen Geflügelbestand. Sie sind zuständig für Aufzucht, Haltung und Fütterung von Jungtieren sowie Legehennen und kontrollieren die Eier- sowie Geflügelfleischproduktion.
Geflügelfachmänner kümmern sich in spezialisierten Häusern wie Brütereien, Aufzucht-, Lege- oder in Biobetrieben um die Betreuung und Überwachung von Brut, Jungtieren und Legehennen.
Die Brut erfolgt in grossen Brutapparaten, deren Temperatur konstant gehalten werden muss. Die Geflügelfachfrauen legen die Eier in Fächer, die maschinell gedreht werden, und überprüfen nach einigen Tagen mit speziellen Leuchten, ob sie befruchtet sind. Nach dem Schlüpfen sortieren sie die männlichen und weiblichen Küken, bringen sie in einen vorgeheizten Stall und versorgen sie mit Futter und Wasser. Die jungen Hühner stallen sie, wenn sie gross genug sind, vom Aufzucht- in den Legehennenstall um. Die Tiere halten, füttern, tränken und züchten sie fachgerecht je nach Betrieb in klimatisierten Ställen oder in besonders tiergerechter Freilandhaltung gemäss Bio-Verordnungen. Die Fütterung geschieht oft mit automatischen Anlagen, die eingestellt und kontrolliert werden müssen.
Geflügelfachmänner halten die Ställe und Geräte in Stand. Kleinere Schäden an Gebäuden und Einrichtungen reparieren sie selber. Die Böden in den Ställen sowie in den Aussenbereichen bearbeiten sie gemäss deren Nutzung. Viel Zeit benötigen das Ausmisten, Säubern und Desinfizieren der Ställe und der Einrichtungsgegenstände. Dadurch und durch Impfungen verhindern die Berufsleute Krankheiten und Seuchen, gewährleisten eine möglichst artgerechte Tierhaltung und eine nachhaltige Produktion. Neben der Stallhygiene und der Gesundheit beobachten sie die Tiere genau und steuern über Stallklima, Beleuchtung und Futter Legepausen und Mauser. Im Alltag beachten Geflügelfachpersonen die Regeln zum Umweltschutz und zur Arbeitssicherheit und schützen, z.B. durch korrekte Arbeitskleidung, auch ihre eigene Gesundheit.
Zu den Aufgaben der Geflügelfachfrauen gehören auch Kontrolle und Planung der Eier- und Fleischproduktion. Sie lagern und verarbeiten die Produkte, um die Qualität der Lebensmittel zu sichern: Sie sammeln z.B. die Eier ein, sortieren sie nach Grösse und Qualität, stempeln und verpacken sie sorgfältig für den Versand. Geflügelfachfrauen kümmern sich oftmals selber um den Verkauf, die Vermarktung und den Vertrieb der Eier und des Geflügelfleisches.
Gelegentlich beraten Geflügelfachmänner Landwirte zu Fragen der Geflügelhaltung und -fütterung oder wirken in Fachgremien mit.
Eidg. Verordnung vom 8.5.2008
3 Jahre
In mind. 2 Geflügelbetrieben
Berufsbezogene Fächer:
Pflanzenbau (z.B. Boden bearbeiten; Grünland pflegen und nutzen), Tierhaltung (z.B. Nutztiere züchten und vermehren; Tierische Lebensmittel gewinnen und Qualität sichern; Eier und Geflügel produzieren und vermarkten), Mechanisierung und technische Anlagen (z.B. Maschinen und Geräte einstellen und warten), Arbeitsumfeld, Wahlbereich
Die Grundbildung kann auch mit dem Schwerpunkt Biolandbau absolviert werden.
zu verschiedenen Themen
2-jährige Ausbildung mit Berufsfachschulkursen und hohem Praxisanteil, Abschluss mit Angestelltenprüfung
Eidg. Fähigkeitszeugnis als "Geflügelfachmann/-frau EFZ"
Angebote des Aviforums und von landwirtschaftlichen Fachschulen
Nach Abschluss der Grundbildung kann eine verkürzte, 1-jährige Grundbildung in einem anderen landwirtschaftlichen Beruf absolviert werden.
z.B. Landwirt/in mit eidg. Fachausweis
Geflügelzüchter/in mit Meisterdiplom, Meisterlandwirt/in
Dipl. Agro-Techniker/in HF, Dipl. Agro-Kaufmann/-frau HF
Bachelor FH in Landwirtschaft (z.B. mit Vertiefung in Nutztierwissenschaften)
Idee, Organisation und Durchführung: Wirtschaftskammer Baselland
In Partnerschaft mit dem Kanton Basel-Landschaft
In Zusammenarbeit mit der Stadt Liestal
Das Hauptbild dieser Webseite stammt von einer vergangenen Berufsschau. Die Erscheinungsreihenfolge ist rein zufällig und reflektiert keinesfalls irgendeine Geschlechterpräferenz. mehr...