Fachhochschulgesetz FHSG vom 6.10.1995 mit Änderung vom 17.12.2004
Ergotherapeutinnen/-therapeuten FH (Bachelor of Science) leiten Menschen gezielt zu Tätigkeiten an, damit sie, z.B. nach einem Unfall, möglichst viel Selbstständigkeit zurückerlangen.
Ergotherapie ist eine ganzheitliche, medizinisch-therapeutische Behandlung, die psychologische, pädagogische und soziale Aspekte miteinbezieht. Sie geht davon aus, dass gezielt eingesetzte Tätigkeiten eine therapeutische, gesundheitsfördernde Wirkung haben. Ergotherapeuten FH behandeln Menschen jeden Alters, die vorübergehend oder langfristig in ihrer Selbstständigkeit eingeschränkt sind, z.B. durch Unfall, physische, psychische Krankheit und/oder Behinderung sowie durch soziale oder entwicklungsbedingte Probleme. Anhand alltagsnaher, auf die individuellen Lebenssituationen abgestimmter Aktivitäten wird die Handlungsfähigkeit der Patienten verbessert, wiederhergestellt oder erhalten.
Bevor Ergotherapeutinnen FH Massnahmen ergreifen, analysieren sie mit Tests, Gesprächen und Beobachtungen die jeweilige Situation der Patientinnen. Sie orientieren sich an deren Gewohnheiten, Interessen und Fähigkeiten und prüfen auch die Unterstützung durch das Umfeld. Ihr Ziel ist es, Patientinnen eine grösstmögliche Selbstständigkeit in persönlichen, sozialen, schulischen oder beruflichen Lebensbereichen zu ermöglichen. Ergotherapeutinnen FH zeigen den Betroffenen, wie und mit welchen Hilfsmitteln sie den Alltag trotz Einschränkungen meistern können. Sie üben mit ihnen z.B. tägliche Verrichtungen wie Kochen, Essen, Körperpflege und Ankleiden oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren.
Das Einsatzgebiet von Ergotherapeuten FH ist sehr breit: Sie arbeiten etwa mit Kindern, Betagten, in der Psychiatrie, Neurologie oder Rehabilitation. Kinder, die in ihrer Wahrnehmung, Bewegung oder Entwicklung beeinträchtigt sind, fördern sie durch spielerische Aktivitäten, wodurch sie deren Selbstvertrauen stärken. Sie behandeln Menschen mit Hirnverletzungen, fördern deren Konzentrations- sowie Denkfähigkeit zur Bewältigung von Alltagsaufgaben. Bei Menschen in psychiatrischen oder Alterseinrichtungen steigern sie durch lebenspraktische, handwerklich-gestalterische, geistige und musische Einzel- und Gruppentätigkeiten deren Lebensqualität. Mit gelähmten und körperlich eingeschränkten Patienten trainieren sie Bewegungsabläufe und bauen mit passiven und aktiven Übungen deren Muskelkraft und Koordinationsfähigkeit auf.
Neben therapeutischen Massnahmen nehmen Ergotherapeutinnen FH bei Bedarf Anpassungen an Hilfsmitteln wie speziell angefertigten Rollstühlen oder Schienen vor. Sie überprüfen und dokumentieren den Therapieverlauf und pflegen Kontakte mit den Bezugspersonen der Patientinnen, anderen Berufsgruppen und Behörden.
In der Regel gilt:
und
Fachfrauen/-männer Gesundheit EFZ mit Berufsmaturität sowie Inhaber/innen eines SRK-Diploms, eines HF-Abschlusses eines Gesundheitsberufs oder einer Fachmaturität Gesundheit müssen kein Vorpraktikum absolvieren.
Über Details zu den Zulassungsbedingungen und Praktikumsinhalten informieren die Fachhochschulen.
Fachhochschulgesetz FHSG vom 6.10.1995 mit Änderung vom 17.12.2004
3 Jahre, Vollzeit
Das Studium findet zu ca. zwei Dritteln an der Fachhochschule und zu einem Drittel in Praktika in ergotherapeutischen Arbeitsfeldern statt.
An der ZHAW werden z.B. im theoretisch-praktischen Unterricht spezifische Inhalte vermittelt wie Klientenfaktoren, Performanzvermögen, Aktivitätsanforderungen, Theorien, Modelle und Behandlungsverfahren in der Ergotherapie, Vernetzung Theorie-Praxis sowie studiengangübergreifende Module wie Kommunikation/Interaktion, Englisch, wissenschaftliches Arbeiten, Kontext Gesundheitswesen, Prävention, Rehabilitation.
Eidg. anerkanntes Diplom "Bachelor of Science FH in Ergotherapie"
Master of Science in Ergotherapie (Occupational Therapy) (in Vorbereitung), europ. Kooperationsstudiengang mit den Universitäten und Fachhochschulen in Amsterdam (NL), Brighton (GB), Naestved (DK), Stockholm (SE)
Angebote von Fachhochschulen und Universitäten, z.B. Master of Advanced Studies (MAS) in Public Health, MAS in Gerontologie, Diploma of Advanced Studies (DAS) in Bewegungsbasierte Altersarbeit, Certificate of Advanced Studies (CAS) in Handtherapie
Angebote des ErgotherapeutInnen-Verbandes EVS und der Fachhochschulen
Idee, Organisation und Durchführung: Wirtschaftskammer Baselland
In Partnerschaft mit dem Kanton Basel-Landschaft
In Zusammenarbeit mit der Stadt Liestal
Das Hauptbild dieser Webseite stammt von einer vergangenen Berufsschau. Die Erscheinungsreihenfolge ist rein zufällig und reflektiert keinesfalls irgendeine Geschlechterpräferenz. mehr...